Aufbissschiene aus dem 3D-Drucker: Was ist anders?

Scannen statt Abdrucklöffel, drucken statt tiefziehen: Warum wir Knirscher- und Aufbissschienen heute im 3D-Druck fertigen.

Aufbissschiene aus dem 3D-Drucker: Was ist anders?

Lange war die tiefgezogene Schiene der übliche Weg: Abdruck mit Abdrucklöffel, Gipsmodell, eine erwärmte Kunststofffolie wird über das Modell gezogen und anschließend von Hand ausgearbeitet. Heute geht das digital – und präziser. Wir fertigen Aufbissschienen und Sportmundschutz im 3D-Druck.

Kurz gesagt

Bei der gedruckten Aufbissschiene werden die Zähne digital gescannt, die Schiene am Computer konstruiert und Schicht für Schicht aus einem zahnmedizinischen Kunststoff gedruckt. Gegenüber der tiefgezogenen Schiene ist die Passung genauer und reproduzierbar, die Kaufläche wird direkt auf den Biss abgestimmt, und bei Verlust lässt sich die Schiene aus den gespeicherten Daten nachfertigen.

Tiefgezogen oder gedruckt – der Vergleich

Tiefgezogene SchieneGedruckte Schiene
AbformungAbdrucklöffel mit Abdruckmasse, Gipsmodelldigitaler Scan – kein Abdrucklöffel
Herstellungerwärmte Folie wird über das Modell gezogendigital konstruiert, schichtweise gedruckt
Passungabhängig von Abdruck, Gips und Foliegenau und reproduzierbar
Kauflächewird meist nachträglich aufgebautdirekt digital auf den Biss abgestimmt
Ersatz bei Verlustneuer Abdruck nötigNachdruck aus gespeicherten Daten
Transparente individuell gefertigte Aufbissschiene auf einem Zahnmodell
Die gedruckte Schiene wird digital auf den Biss abgestimmt.

So entsteht die Schiene

Ablauf
  1. FunktionsdiagnostikWir untersuchen Muskeln, Kiefergelenke und Biss und klären, welche Schiene sinnvoll ist.
  2. ScanOber- und Unterkiefer sowie der Biss werden in wenigen Minuten digital erfasst.
  3. KonstruktionDicke, Kaufläche und Führungsflächen werden am Bildschirm geplant.
  4. 3D-DruckDie Schiene wird aus einem für den Mund zugelassenen Kunststoff gedruckt und nachbearbeitet.
  5. Eingliederung und KontrolleWir prüfen Sitz und Biss und justieren in den ersten Wochen nach.

Für wen eignet sich die gedruckte Schiene?

  • bei nächtlichem Zähneknirschen und Pressen
  • bei CMD mit Kiefer- und Muskelschmerzen
  • als Schutz für Keramikkronen, Veneers und Implantate bei Knirschern
  • als individueller Sportmundschutz
  • bei starkem Würgereiz, weil kein Abdrucklöffel nötig ist
Gut zu wissen

Die Schiene schützt Zähne und entlastet Muskeln, die Ursache des Knirschens beseitigt sie allein nicht. Reichen Schiene, Physiotherapie und Entspannung nicht aus, kann Botulinumtoxin eine ergänzende Option sein.

Sie brauchen eine neue Aufbissschiene? Vereinbaren Sie Ihren Termin in der Zahnarztpraxis St. Peter – über die Online-Terminbuchung oder telefonisch unter 0911 554181. Sie finden uns in der Hainstraße 25, 90461 Nürnberg (Tram 6/10 Scharrerstraße, Patientenparkplätze über die Scharrerstraße).

Häufige Fragen

Ist eine gedruckte Schiene stabil genug?

Ja. Die Schiene wird aus einem zahnmedizinischen Kunststoff gefertigt, der für den dauerhaften Einsatz im Mund vorgesehen ist, und in der Dicke an Ihre Situation angepasst.

Was mache ich, wenn die Schiene verloren geht oder bricht?

Weil die Konstruktionsdaten gespeichert bleiben, lässt sich die Schiene meist ohne neuen Scan nachdrucken – sofern sich Ihre Zähne nicht verändert haben.

Zahlt die Kasse die gedruckte Schiene?

Eine medizinisch notwendige Aufbissschiene wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst. Ob Mehrkosten entstehen, besprechen wir vorab mit Ihnen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine persönliche Untersuchung und Beratung. Bei Beschwerden lassen Sie sich bitte zahnärztlich untersuchen – gern bei uns in der Zahnarztpraxis St. Peter in Nürnberg.

Termin in der Zahnarztpraxis St. Peter

Hainstraße 25 · 90461 Nürnberg · Tram 6/10 Scharrerstraße